FAQ: Ausbildung zum Zertifizierten Verhaltensberater für Hunde
Als Verhaltensberater lernst du nicht nur die klassische Hundeerziehung und Übungsarbeit, sondern vor allem, Hundeverhalten zu verstehen, zu analysieren, Ursachen von Verhaltensproblemen zu erkennen und individuelle Trainings- bzw. Therapiepläne zu erstellen.
Ein „reiner“ Hundetrainer kann grundlegendes Training übernehmen (Leinenführigkeit, Rückruf, Welpentraining, Alltagstraining, etc.); als Verhaltensberater gehst du tiefer – du arbeitest mit Problemhunden, Verhaltensauffälligkeiten, wie aggressives Verhalten, Angsthunde und traumatisierte Tierheimhunde.
Dein Trainingsgebiet sind „schwierige“ Fälle, die über die Aufgaben des Hundetrainers hinausgehen.
Dies setzt ein enormes Trainingstool-Repertoir, viel Erfahrung als Hundetrainer und viel Wissen über Neurobiologie voraus.
Weil sich die Herausforderungen im Hundewesen stark verändert haben. Immer mehr Hunde stammen aus dem Tierschutz oder hatten in ihrer frühen Entwicklung zu wenig positive Erfahrungen. Dadurch steigen Fälle von Angst, Unsicherheiten, Aggression oder sozialem Fehlverhalten deutlich an.
Diese Probleme lassen sich mit klassischem Hundetraining oft nicht lösen, da sie tiefere Ursachen haben – Stress, fehlende Sozialisation, traumatische Erlebnisse oder falsche Umweltbedingungen. Ein Verhaltensberater kann diese Hintergründe erkennen, das Verhalten professionell einschätzen und individuelle, alltagstaugliche Lösungen entwickeln.
Deshalb suchen immer mehr Hundebesitzer gezielt jemanden, der nicht nur trainiert, sondern Verhalten wirklich versteht und nachhaltig verändern kann.
Ein Hundetrainer arbeitet in der Regel mit Erziehungsthemen, Alltagstraining und Übungen, die das Zusammenleben erleichtern: Leinenführigkeit, Rückruf, Grundsignale, Welpentraining, Orientierung, Beschäftigung.
Das ist wertvoll, aber bei echten Verhaltensproblemen reicht Training allein oft nicht mehr aus.
Genau hier beginnt der Aufgabenbereich eines Verhaltensberaters.
Ein Verhaltensberater
- analysiert Ursachen von problematischem Verhalten (Stress, Angst, Trauma, medizinische Faktoren, Haltungssituation)
- erkennt, warum ein Hund so reagiert
- erstellt einen maßgeschneiderten Verhaltensplan, nicht nur Trainingsschritte
- kann beurteilen, ob Verhalten möglicherweise medizinisch abgeklärt werden muss
- begleitet Hund und Besitzer auch bei komplexen, langwierigen oder emotional belastenden Fällen
- arbeitet nicht nur mit Übungen, sondern mit Verhaltensmodifikation, Management, Umfeldanpassung und individuell abgestimmten Strategien
- braucht umfangreiches Wissen über Neurobiologie, Krankheiten, Ernährung, Medikamenteneinsatz
- Kooperationen mit Verhaltensmedizinern und Tierärzten
Eine kombinierte Trainer- und Verhaltensberater-Ausbildung klingt auf den ersten Blick praktisch – aber in der Realität führt sie oft dazu, dass beide Bereiche nur halb gelernt werden.
1. Der Hundetrainer beschäftigt sich mit Erziehung, Signalen, Alltagstraining, Leinenführigkeit, Rückruf, Struktur und Orientierung, Beschäftigung, Spaß, Auslastung. Ein Verhaltensberater arbeitet tiefer, individueller und diagnostisch – kein Trainingsschema kann diese Arbeit ersetzen.
2. Weil der Stoffumfang riesig ist:
In einer Kombi-Ausbildung müssen Inhalte gekürzt werden – es fehlt Tiefe in beiden Bereichen.
3. Weil Problemfälle echte Erfahrung erfordern:
Ein Hund mit Angst, Aggression oder traumatischer Vorgeschichte ist kein Fall für Standard-Training. Hier braucht man Methoden, die weit über Erziehung hinausgehen, Erfahrung und unglaublich viel Hintergrundwissen in vielen Bereichen wie Ernährung, Neurobiologie, Lerntheorie, Verhaltensmedizin, etc.
- Für ausgebildete Hundetrainer
- Für angehende Trainer, die sich in Ausbildung befinden
- Für erfahrende Trainer, die bereits in Hundeschulen tätig sind
In dieser Ausbildung werden KEINE Basics über Konditionierung, Lernen, Lerntheorie, Alltagstraining oder Neurobiologie gelehrt. Dieses Wissen wird vorausgesetzt. Die Ausbildung richtet sich NICHT an interessierte Hundehalter.
Die Ausbildung erfolgt als sogenanntes Blended Learning – also eine Mischung aus live Online-Modulen und Präsenzeinheiten und umfasst über 350 Stunden.
Die Online-Module werden live über Zoom vorgetragen.
Im Rahmen der praktischen Arbeit trainierst du mit verschiedenen Rassen – dadurch erhältst du Erfahrung mit einer großen Vielfalt an Hunden und Lebensgeschichten.
Du bekommst Lernskripte mit starkem Praxisbezug und eine strukturierte Prüfungsvorbereitung.
Nach erfolgter Ausbildung verfassen die Teilnehmer eine Arbeit, die sie in einem Fachgespräch den Expertinnen vorlegen. Hier werden Trainingsansätze analysiert und besprochen. Nach erfolgreicher Absolvierung des Fachgesprächs, erhält der Teilnehmer ein Zertifikat „Zertifizierter Verhaltensberater“ mit Gütesiegel.
Mit dem Abschluss bist du qualifiziert, Hundehalter mit Problemhunden oder mit schwierigen Verhaltensweisen zu begleiten und zu beraten — also überall dort, wo „einfache Hundetrainer“ nicht weiterhelfen können.
Nein.
Die Hunde werden von den Teilnehmern organisiert und passend zu den Modulthemen eingeteilt. Für Hausübungen ist es allerdings von Vorteil, wenn du gelegentlich Zugang zu einem Hund hast (Hund im Bekanntenkreis) mit dem du Üben kannst.
Hierfür gibt es bei uns auch die Möglichkeit dank unserer Tierheim-Kooperation mit einem Tierheimhund zu trainieren und zu üben.
Du darfst maximal 20 % des Unterrichts versäumen.
Verpasst du mehr, gibt es die Möglichkeit, Inhalte über kostenpflichtige Nachschulungen oder Workshops nachzuholen.
Solltest du eine Einheit verpasst haben, erhältst du trotzdem die umfangreichen schriftlichen Unterlagen, die du zum Lernen benötigst. Die Themen sind aufbauend und werden immer wieder wiederholt und nachbesprochen.
Ja, die Ausbildung wird als Fortbildung für den Tierschutzqualifizierten Hundetrainer und durch den IBH anerkannt.
Die Praxisgruppen sind bewusst klein, damit jeder individuell begleitet werden kann und ausreichend Zeit für die praktische Arbeit mit den unterschiedlichen Hunden möglich ist. Eine Ausbildung besteht ca. aus 15 Teilnehmern.
Ja – alle Einheiten finden an planbaren Terminen statt, welche von Anfang an bekannt sind, damit eine gute Planung stattfinden kann.
Viele Teilnehmer absolvieren die Ausbildung berufsbegleitend.
Die Hunde werden von den Teilnehmern selbst organisiert und passend zu den einzelnen Modulen eingeteilt. Trainiert wird unter Anderem auch im Tierheim.
Damit jeder Hund konzentriert und stressfrei arbeiten kann, befindet sich immer nur ein Hund zur jeweiligen Trainingseinheit am Gelände. Die Teilnehmer arbeiten unter fachlicher Anleitung der Ausbildungsleitung mit dem jeweiligen Hund.
Nach etwa 1,5 Stunden wechselt der Hund, und der nächste Trainingspartner kommt aufs Gelände.
Du bekommst im Laufe der Ausbildung Zugang zu einer großen Vielfalt an Rassen und unterschiedlichen Hundepersönlichkeiten.
Für das Bringen, Abholen und die sichere Verwahrung ihrer Hunde sind die Teilnehmer*innen selbst verantwortlich.
Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel 1,5 Jahre,.





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